Eben lief die Website noch. Nach einem Update oder einer Änderung zeigt sie nur noch eine Meldung: „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.“ Das wirkt dramatisch, lässt sich aber meist gut eingrenzen, weil WordPress selbst Hinweise liefert.
Dieser Ratgeber erklärt, was die Meldung bedeutet, wie Sie den Wiederherstellungsmodus nutzen, wie Sie ohne ihn die Ursache finden und worauf Sie dabei achten sollten.
Was die Meldung bedeutet
Seit WordPress 5.2 fängt ein Fehlerschutz schwere PHP-Fehler ab. Statt einer weißen Seite zeigt WordPress eine Fehlermeldung und benachrichtigt die Administratoren. Die Meldung nennt die Ursache nicht selbst. Typische Auslöser sind:
- ein Update von Plugin oder Theme, das einen Fehler enthält oder nicht zur PHP-Version passt,
- eine geänderte PHP-Version beim Hoster,
- ein Konflikt zwischen zwei Plugins,
- ein unterbrochenes Update,
- eine fehlerhafte Änderung am Code, zum Beispiel in der
functions.phpdes Themes, - zu wenig PHP-Speicher,
- beschädigte oder fehlende Dateien.
Bevor Sie etwas ändern
- Sicherung anlegen: Dateien und Datenbank, auch wenn die Website nicht läuft. Die meisten Hosting-Panels bieten eine Sicherungsfunktion. Überschreiben Sie eine vorhandene Sicherung nicht.
- Zugänge bereithalten: Hosting-Panel, FTP- oder SFTP-Zugang beziehungsweise Dateimanager, bei Bedarf der Datenbank-Zugang.
- Letzte Änderung notieren: Update, neues Plugin, Wechsel der PHP-Version. Oft ist das bereits die Lösung: Die letzte Änderung rückgängig zu machen, genügt.
- Auf einer Kopie arbeiten, wenn die Website geschäftskritisch ist und Ihr Hoster eine Testumgebung anbietet.
Schritt 1: Den Wiederherstellungsmodus nutzen
- E-Mail suchenWordPress sendet eine E-Mail an die Administrator-E-Mail-Adresse der Website, die Sie unter „Einstellungen → Allgemein“ finden. Sie enthält einen geheimen Link zum Wiederherstellungsmodus. Das ist nicht zwingend die Adresse Ihres Benutzerkontos. Schauen Sie auch im Spam-Ordner nach.
- Link öffnen und anmeldenÜber den Link melden Sie sich im Wiederherstellungsmodus an. In dieser Sitzung bleibt die fehlerhafte Erweiterung pausiert, sodass Sie in den Verwaltungsbereich gelangen.
- Erweiterung deaktivieren oder aktualisierenDeaktivieren Sie die betroffene Erweiterung, oder prüfen Sie, ob ein Update vorliegt. Laut WordPress können Administratoren die Erweiterung vollständig deaktivieren, den Fehler selbst beheben oder den Autor der Erweiterung um Hilfe bitten.
- Wiederherstellungsmodus beendenBeenden Sie ihn über die Schaltfläche in der Verwaltung. Danach laufen alle Erweiterungen wieder wie gewohnt. Prüfen Sie jetzt Startseite, Formular und Verwaltungsbereich.
Schritt 2: Ohne E-Mail die Plugins per Dateizugriff deaktivieren
- Mit dem Server verbindenNutzen Sie FTP, SFTP oder den Dateimanager Ihres Hosting-Panels und öffnen Sie das WordPress-Verzeichnis.
- Plugin-Ordner umbenennenBenennen Sie
wp-content/pluginsinplugins_oldum. Laut WordPress-Dokumentation werden dadurch alle Plugins deaktiviert. - Website testenLädt die Website oder zumindest die Anmeldung wieder, war ein Plugin die Ursache. Lädt sie weiterhin nicht, fahren Sie mit dem Theme fort.
- Ordner zurückbenennen und einzeln aktivierenBenennen Sie den Ordner zurück in
pluginsund melden Sie sich an. Aktivieren Sie die Plugins nacheinander, bis der Fehler wieder auftritt. Das zuletzt aktivierte Plugin ist der Verursacher. - Gezielt ein einzelnes Plugin abschaltenAlternativ benennen Sie nur den Ordner des verdächtigen Plugins unterhalb von
wp-content/pluginsum, etwaplugin-nameinplugin-name_aus. - Theme prüfenBleibt der Fehler, liegt es womöglich am Theme. Benennen Sie den Ordner des aktiven Themes unter
wp-content/themesum. WordPress weicht dann auf ein Standard-Theme aus, sofern eines installiert ist.
Schritt 3: Das Fehlerprotokoll lesen
Das Fehlerprotokoll nennt meist Datei und Zeile, in der der Fehler auftritt. Der Pfad zeigt den Verursacher: Steht dort wp-content/plugins/plugin-name/…, ist es dieses Plugin, bei wp-content/themes/theme-name/… das Theme.
Zum Aktivieren des Protokolls tragen Sie in der Datei wp-config.php oberhalb der Zeile „That’s all, stop editing!“ Folgendes ein:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );
@ini_set( 'display_errors', 0 );Das Protokoll liegt danach unter wp-content/debug.log. Die WordPress-Dokumentation empfiehlt die Debug-Werkzeuge nur für lokale Tests und Staging-Kopien. Aktivieren Sie sie auf einer Live-Website deshalb nur kurz, lassen Sie Fehler nicht im Browser anzeigen (WP_DEBUG_DISPLAY auf false) und entfernen Sie die Zeilen und die Datei debug.log nach der Analyse wieder. Die Datei kann Pfade und Fehlerdetails enthalten und je nach Serverkonfiguration über das Internet abrufbar sein.
| Meldung | Bedeutung | Lösung |
|---|---|---|
| Allowed memory size of … bytes exhausted | Das PHP-Speicherlimit wurde erreicht. | Limit in der wp-config.php oder php.ini erhöhen (siehe WordPress-Dokumentation) oder beim Hoster nachfragen; den Verursacher des hohen Verbrauchs suchen. |
| Parse error: syntax error … | Syntaxfehler im Code, oft nach einer manuellen Änderung. | Änderung rückgängig machen oder den Fehler in der genannten Zeile korrigieren. |
| Call to undefined function … | Eine Funktion fehlt: Das Plugin oder Theme verlangt eine andere PHP- oder Plugin-Version, oder eine Datei fehlt. | Versionen prüfen, aktualisieren oder das Plugin neu installieren. |
| Uncaught Error … in …/wp-content/plugins/… | Der Fehler tritt in dem im Pfad genannten Plugin auf. | Plugin deaktivieren, aktualisieren oder ersetzen; dem Entwickler den Fehlertext melden. |
| Cannot redeclare … | Eine Funktion oder Klasse wird doppelt definiert, oft durch zwei Plugins oder doppelte Dateien. | Eines der beteiligten Plugins deaktivieren. |
define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );Weitere Ursachen und Fehlerbilder
- Neue PHP-Version: Hat der Hoster die PHP-Version geändert oder haben Sie sie umgestellt, laufen ältere Plugins und Themes manchmal nicht mehr. Stellen Sie testweise auf die vorherige Version zurück und aktualisieren Sie dann die Erweiterungen. Wie lange welche PHP-Version unterstützt wird, steht im Ratgeber Website-Wartung.
- Unterbrochenes Update: Bleibt die Meldung zur kurzzeitigen Nichtverfügbarkeit stehen, löschen Sie laut WordPress-Dokumentation die Datei
.maintenanceim Hauptverzeichnis. Eine ausführliche Anleitung steht im Ratgeber WordPress Wartungsmodus geht nicht weg. - Beschädigte Konfigurationsdatei: Bei einem Internal Server Error nennt die Dokumentation als wahrscheinlichste Ursache eine beschädigte
.htaccess. Benennen Sie sie um und lassen Sie sie unter „Einstellungen → Permalinks“ neu erzeugen. - Datenbankfehler: Bei der Meldung zum Aufbau der Datenbankverbindung prüfen Sie Name, Benutzer, Passwort und Host in der
wp-config.phpund fragen den Hoster, ob die Datenbank erreichbar ist und ihr Kontingent nicht erschöpft ist.
Zu allgemeinen Ausfällen und Fehlercodes wie 500, 502 oder 503 lesen Sie den Ratgeber Website nicht erreichbar.
Nach der Behebung
- Debug-Einstellungen aus der
wp-config.phpentfernen und die Dateidebug.loglöschen. - Das verursachende Plugin oder Theme aktualisieren, ersetzen oder löschen.
- Alle nicht benötigten Plugins und Themes löschen, nicht nur deaktivieren.
- Startseite, Formular und wichtige Unterseiten am Computer und auf dem Handy testen. Das Formular prüfen Sie mit dem Ratgeber Kontaktformular funktioniert nicht.
- Eine frische Sicherung anlegen.
- Künftig Updates erst nach einer Sicherung einspielen und danach die Funktionen testen.
Wann Sie Hilfe holen sollten
Hilfe lohnt sich, wenn Sie keinen Zugang zu Dateien oder Hosting haben, die Ursache nicht eingrenzen können, Daten verloren scheinen oder Sie einen Angriff vermuten.
Ob die Behebung eines solchen Fehlers unter unsere Schnellreparatur (149 €, 2 Werktage) fällt, klären wir vor Arbeitsbeginn. Die Website-Pflege (49 € / Monat) vermeidet viele dieser Fälle durch geordnete Updates und Sicherungen. Die Preise verstehen sich netto zzgl. 19 % USt.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website“?
WordPress hat einen schwerwiegenden PHP-Fehler abgefangen und zeigt statt der Seite eine Meldung. Die Ursache liegt meist in einem Plugin, einem Theme, einer neuen PHP-Version oder zu wenig Speicher.
Ich habe keine E-Mail von WordPress erhalten. Was nun?
Die E-Mail geht an die Administrator-E-Mail-Adresse der Website, nicht zwingend an Ihre Benutzer-Adresse. Prüfen Sie auch den Spam-Ordner. Kommt keine E-Mail an, etwa weil der E-Mail-Versand der Website selbst gestört ist, deaktivieren Sie die Plugins per Dateizugriff.
Gehen beim Umbenennen des Plugin-Ordners Daten verloren?
In der Regel nicht: Das Umbenennen löscht keine Dateien, es deaktiviert die Plugins, und deren Einstellungen liegen meist in der Datenbank. Nach dem Zurückbenennen müssen Sie die Plugins aber einzeln wieder aktivieren. Legen Sie vorher eine Sicherung an.
Kann ein PHP-Update den Fehler auslösen?
Ja. Nicht alle Plugins und Themes laufen mit jeder PHP-Version. Fragen Sie Ihren Hoster, ob die PHP-Version kürzlich geändert wurde, und stellen Sie sie testweise zurück.
Soll ich WP_DEBUG dauerhaft aktiviert lassen?
Nein. Laut WordPress-Dokumentation sind die Debug-Werkzeuge für lokale Tests und Staging-Kopien gedacht. Auf einer Live-Website aktivieren Sie sie nur kurz und entfernen sie danach wieder.
Wie vermeide ich den Fehler in Zukunft?
Spielen Sie Updates erst nach einer Sicherung ein, testen Sie danach die Funktionen, nutzen Sie nur Plugins, die Sie wirklich brauchen, und behalten Sie die PHP-Version im Blick. Mehr dazu im Ratgeber Website-Wartung.
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Für die kostenlose Prüfung genügen Website-Adresse und E-Mail. Die Reparatur bleibt optional.
Weiterlesen
Quellen und weiterführende Links
- WordPress: Fatal Error Recovery Mode in 5.2
- WordPress: Debugging in WordPress
- WordPress: Häufige Fehler und ihre Behebung
- PHP: Unterstützte Versionen
Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Fachberatung im Einzelfall. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand 2. Oktober 2026; Hinweise von Google, Browsern und Gesetzgebern ändern sich. Zurück zur Übersicht: Ratgeber: Website prüfen, reparieren und pflegen.